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Stundensatz berechnen als Freelancer in der Schweiz: Formel und Rechner
Der Stundensatz entscheidet über das wirtschaftliche Überleben als Freelancer. Die Formel dahinter ist einfach — wenn man verrechenbare Stunden, Sozialabgaben und Kosten ehrlich rechnet.

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Die kurze Antwort: Ihr Stundensatz ergibt sich aus Zieleinkommen plus Kosten, geteilt durch die wirklich verrechenbaren Stunden — nicht aus dem, was «man so verlangt». Der Stundensatz-Rechner rechnet das in einer Minute durch; dieser Artikel erklärt die Logik dahinter.
Die Formel
Stundensatz = (Zieleinkommen + Geschäftskosten) ÷ (1 − Abgabenquote) ÷ verrechenbare StundenDrei Grössen entscheiden — und alle drei werden systematisch unterschätzt:
1. Verrechenbare Stunden
Ein Jahr hat bei einer Fünftagewoche 260 Arbeitstage. Nach fünf Wochen Ferien, Feiertagen und einem ehrlichen Krankheitspuffer bleiben rund 220 Tage oder etwa 1’850 Arbeitsstunden. Davon sind aber nur 50 bis 70 Prozent verrechenbar — der Rest geht an Akquise, Offerten, Administration, Buchhaltung und Weiterbildung. Realistisch verrechnen Solo-Selbständige also 900 bis 1’300 Stunden pro Jahr.
2. Abgaben und Reserve
Als selbständigerwerbende Person zahlen Sie rund 10 Prozent AHV/IV/EO auf dem Geschäftserfolg — ohne Arbeitgeber, der die Hälfte übernimmt. Dazu kommen Vorsorge (Säule 3a oder freiwilliges BVG), Taggeldversicherung und eine Reserve für Auftragslöcher. 20 Prozent Gesamtquote ist ein vernünftiger Startwert.
3. Geschäftskosten
Software, Hardware, Coworking oder Büroanteil, Versicherungen, Treuhand, Marketing: Bei schlanken Dienstleistungs-Setups kommen schnell CHF 5’000 bis 10’000 pro Jahr zusammen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Zieleinkommen CHF 80’000, Kosten CHF 6’000, Abgaben und Reserve 20 %, 1’100 verrechenbare Stunden:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Benötigter Umsatz | (80’000 + 6’000) ÷ 0.8 | CHF 107’500 |
| Mindest-Stundensatz | 107’500 ÷ 1’100 | CHF 98 |
| Empfohlener Satz (+10 %, gerundet) | 98 × 1.1 | CHF 110 |
Wer hier «wie angestellt» mit CHF 65 pro Stunde offeriert, arbeitet strukturell unter den eigenen Kosten — der häufigste Kalkulationsfehler im ersten Freelancer-Jahr.
Der Marktvergleich als zweite Prüfung
Die Formel liefert Ihre Kosten-Untergrenze; der Markt setzt die Obergrenze. Übliche Bandbreiten in der Schweiz: CHF 90–180 je nach Branche, mit IT, Engineering und spezialisierter Beratung am oberen Ende. Liegt Ihr rechnerischer Mindestsatz über dem Marktsatz Ihres Segments, ist das ein Signal — an der Positionierung, der verrechenbaren Quote oder den Kosten zu arbeiten, nicht den Satz schönzurechnen.
Vom Satz zur Rechnung
Der beste Stundensatz nützt wenig, wenn die Verrechnung schleppt. Drei Stellhebel:
- Offerten mit klarem Umfang und Gültigkeit — wie das geht, zeigt Offerte schreiben in der Schweiz
- Zeitnah fakturieren, idealerweise mit QR-Rechnung, damit Kunden schnell zahlen
- Konsequent mahnen — die Vorlage liefert Mahnung schreiben in der Schweiz
Wer regelmässig verrechnet, spart mit einem Rechnungsprogramm spürbar Zeit — und verrechenbare Stunden sind, wie die Formel zeigt, Ihr knappstes Gut.
Quellen und Stand
Stand dieses Artikels: Juli 2026. AHV-Beitragssätze für Selbständigerwerbende: ahv-iv.ch. Angaben ohne Gewähr; die persönliche Abgabenlast klärt die Ausgleichskasse oder Treuhand.
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für den Freelancer-Stundensatz? +
Stundensatz = (Zieleinkommen + Geschäftskosten) ÷ (1 − Abgabenquote) ÷ verrechenbare Stunden. Die Abgabenquote umfasst rund 10 Prozent AHV/IV/EO plus Reserve für Vorsorge und Ausfälle; verrechenbar sind meist nur 50 bis 70 Prozent der Arbeitszeit.
Was ist ein üblicher Freelancer-Stundensatz in der Schweiz? +
Je nach Branche und Seniorität meist zwischen CHF 90 und CHF 180. IT, Engineering und spezialisierte Beratung liegen oft darüber, Text und Design im umkämpften Segment eher darunter. Wichtiger als der Branchenvergleich ist, dass der Satz die eigenen Vollkosten deckt.
Warum sind 100 Prozent verrechenbare Stunden unrealistisch? +
Akquise, Offerten, Administration, Buchhaltung, Weiterbildung und Leerlauf zwischen Projekten sind unbezahlte Arbeitszeit. Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, verrechnet davon realistisch 20 bis 28 — das muss der Stundensatz der verrechneten Stunden mittragen.
Soll ich lieber Tagessätze oder Pauschalen anbieten? +
Tagessätze (üblich: Stundensatz × 8 mit leichtem Abschlag) vereinfachen grössere Mandate. Pauschalen lohnen sich, wenn Sie den Aufwand gut schätzen können und effizienter sind als der Markt — dann verdienen Sie an Ihrer Geschwindigkeit statt an der Stundenzahl.
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